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Zgorzelec
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Zgorzelec [] (, deutsch Görlitz, obersorbisch Zhorjelc, oberlausitzisch: Gerlz, Gerltzcite-ref-2[2] oder Gerltsch) ist eine Stadt am östlichen Ufer der Lausitzer NeiĂe. Sie liegt im östlichen Teil der Oberlausitz und ist deren viertgröĂte Stadt. Zgorzelec ist Kreisstadt des Powiat Zgorzelecki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Zgorzelec hat etwa 30.400 Einwohner und ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde, der sie nicht angehört.
Sie ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der folgenden Grenzziehung entlang der Oder-NeiĂe-Linie die polnische Nachbarstadt der deutschen Stadt Görlitz, deren Oststadt sie einst war. Die verstĂ€rkte Besiedlung der Ostvorstadt begann Ende des 19. Jahrhunderts. Die historische GrĂŒnderzeit-Bebauung an der StadtbrĂŒcke kĂŒndet von der damaligen Ausdehnung des Görlitzer Stadtgebietes. Der Stadtteil wurde stark durch das MilitĂ€r und seine Kasernenbauten geprĂ€gt.
Heute ist sie Mitglied der Euroregion NeiĂe und erklĂ€rte sich 1998 zusammen mit Görlitz zu einer gemeinsamen Europastadt.
Contents
âą Geographie
âą Geologie
âą Stadtgliederung
âą Nachbargemeinden
âą Klima
âą Geschichte
âą Polonisierung
âą Nach 1989
âą Eingemeindungen
âą Religionen
âą Politik
âą Stadtrat
âą BĂŒrgermeister
âą Haushalt
âą Theater
âą Museen
âą Musik
âą Bauwerke
⹠DenkmÀler
âą Parks
âą Sport
âą Verkehr
âą Medien
âą Bildung
âą EhrenbĂŒrger
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographie
Geographische Lage
Die Stadt liegt in Niederschlesien im polnischen Teil der Oberlausitz östlich der Lausitzer NeiĂe, die dort den östlichen Rand des Lausitzer Granitmassivs mit den AuslĂ€ufern des böhmisch-lausitzischen Grenzgebirges durchbricht. Sie befindet sich am Ăbergang zwischen dem nördlichen Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet und dem sĂŒdlichen Lausitzer Bergland. SĂŒdlich des Plateaus des NeiĂedurchbruchtales mĂŒndet das Czerwona Woda (Rothwasser) in die NeiĂe. Auf dem Plateau oberhalb der NeiĂe befindet sich das sogenannte JĂ€gerwĂ€ldchen.
Nordöstlich um die Stadt schlieĂt sich die Görlitzer Heide an, ein groĂes Waldgebiet, das bis zur Teilung der Stadt 1945 im Besitz der Stadt war. Das heutige Stadtgebiet von Zgorzelec liegt auf etwa 209 m n.p.m., wohingegen sich die Uferregionen an der NeiĂe auf etwa 175 m n.p.m. befinden. Die höchste Erhebung ist der Drewniak (JĂ€ckelsberg, ehem. auch Holzberg) im sĂŒdlichen Stadtteil Ujazd mit einer Höhe von 225,3 m n.p.m., gefolgt vom Mojeska GĂłra (Langer Berg) sĂŒdöstlich des kommunalen Friedhofs mit 224,7 m n.p.m. und dem Krucze WzgĂłrze (auch Krucza GĂłra; Rabenberg) in der NeiĂevorstadt mit 221,7 m n.p.m. Der auf etwa 215 m n.p.m. gelegene Ausblick von der sogenannten Felsenkanzel auf den gegenĂŒberliegenden Weinberg, die Landskronbrauerei und das etwa 30 Meter tieferliegende Durchbruchtal der NeiĂe ist mittlerweile zugewachsen.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4]
Der 15. Meridian östlicher LĂ€nge durchquert die Stadt. WĂ€hrend der Winterzeit stimmt die mittlere Sonnenzeit von Zgorzelec mit der MitteleuropĂ€ischen Zeit ĂŒberein. Eine gepflasterte Linie kreuzt seit 2012 die Ulica DaszyĆskiego, den Verlauf des Meridians symbolisierend.cite-ref-5[5] Die Stadt liegt auf 51° 08âČ nördlicher Breite.
Die nĂ€chsten gröĂeren StĂ€dte sind Cottbus etwa 80 Kilometer nordwestlich, das niederschlesische Legnica (Liegnitz) etwa 80 Kilometer östlich und das tschechische Liberec (Reichenberg) etwa 50 Kilometer sĂŒdlich von Zgorzelec. Die niederschlesische Woiwodschaftshauptstadt Breslau ist etwa 150 Kilometer entfernt.
Geologie
Das Stadtgebiet befindet sich zum groĂen Teil auf Lausitzer Grauwacke. Nur das Gebiet sĂŒdlich der StadtbrĂŒcke ist auf Lausitzer Granodiorit gelegen. Die Grenze zwischen beiden Gesteinsschichten verlĂ€uft in etwa von der StadtbrĂŒcke ĂŒber die Ulica MarszaĆka JĂłzefa PiĆsudskiego, weiter ĂŒber die Ulica Ignacego DaszyĆskiego und die Ulica BohaterĂłw II Armii Wojska Polskiego.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
Die Grauwacke setzt sich aus Biotit, grauem Quarz und hellem Feldspat mit Schichten aus feinkörniger Grauwacke und dichten Grauwackenschiefern zusammen. SĂŒdlich des NeiĂeviaduktes, auf Höhe der EinmĂŒndung des Rothwassers, endet die vom harten Granodiorit verursachte Einengung des NeiĂetals.cite-ref-8[8]
Ausdehnung des Stadtgebiets
Die Stadt hat eine ungefĂ€hre Nord-SĂŒd-Ausdehnung von 7,1 Kilometern und eine Ost-West-Ausdehnung von ca. 3,6 Kilometern. Sie erstreckt sich ĂŒber eine FlĂ€che von insgesamt 15,88 Quadratkilometern.cite-ref-9[9] Insgesamt werden 614 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Das entspricht 38,6 Prozent der StadtflĂ€che.cite-ref-10[10] Bewaldete Gebiete nehmen mit 49,3 Hektar 3,1 Prozent des Stadtgebiets ein.cite-ref-11[11]
Der nördlichste Punkt der Stadt befindet sich nördlich der Autobahn 4 nahe der NeiĂe, der sĂŒdlichste Punkt liegt an der sĂŒdlichen AusfallstraĂe Ulica ĆuĆŒycka in Höhe des ehemaligen Stalag VIII A. Die westlichste Punkt ist das NeiĂeufer unterhalb des NeiĂeviaduktes, der östlichste liegt nördlich der Bahnstrecke nach LubaĆ im Wohnviertel östlich der OrtsumgehungsstraĂe Ulica Cmentarna.
Stadtgliederung
Das historische Areal der Görlitzer Ostvorstadt liegt unterhalb des Raben- und Töpferberges. In den GrĂŒnderzeitjahren schlossen sich neue Wohngebiete an das historische Viertel an. So entstanden beispielsweise die grĂŒnderzeitlichen StraĂenzĂŒge in Höhe der Reichenberger BrĂŒcke, die Gartenstadt auf dem Rabenberg, die MietshĂ€user rund um die Kasernen der Ostvorstadt sowie die FrontkĂ€mpfersiedlung östlich der Eisenbahnlinie nach WÄgliniec (Kohlfurt). Nach 1945 entstanden wie in anderen polnischen StĂ€dten Neubaugebiete in Plattenbauweise, die die typische Bebauungshöhe der Vorzeit ĂŒberschreiten und somit stark in das historische Stadtbild eingreifen. Zum Teil befinden sie sich in einem Ă€uĂerlich ruinösen Zustand. Die einstige FrontkĂ€mpfersiedlung östlich der Bahnstrecke nach WÄgliniec wurde zu einer ausgedehnten Ein- und Mehrfamilienhaussiedlung erweitert, an die sich das Gewerbegebiet in Richtung ĆagĂłw (Leopoldshain) anschlieĂt.
SĂŒdlich der Eisenbahnlinie nach WaĆbrzych (Waldenburg) schlieĂt sich der Stadtteil Ujazd (Moys) an. Er ist durch eine eher kleinstĂ€dtische Bebauung geprĂ€gt. Das restliche Stadtgebiet ist in folgende sechs Viertel (Dzielnica) und Siedlungen (Osiedle) unterteilt: Dzielnica PĂłĆnoc (Nordviertel), PrzedmieĆcie Nyskie (NeiĂevorstadt), Osiedle ZachĂłd (Westsiedlung), Osiedle Centralne (Zentralsiedlung), ĆrĂłdmieĆcie (Innenstadt) und Osiedle SĆoneczne (Sonnensiedlung).cite-ref-12[12]
Nachbargemeinden
An die Stadtgrenze stoĂen die Gmina Zgorzelec (Landgemeinde Zgorzelec) und die deutsche Nachbarstadt Görlitz. Die Landgemeinde umschlieĂt die Stadt im Norden, SĂŒden und Osten. Zu den gröĂeren StĂ€dten in der Umgebung zĂ€hlen PieĆsk (Penzig) im Norden, LubaĆ (Lauban) im Osten, ZawidĂłw (Seidenberg) und Bogatynia (Reichenau i. Sachsen) im SĂŒden.
Klima
Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur in den Sommermonaten liegt bei ĂŒber 20 °C, die durchschnittlichen nĂ€chtlichen Tiefstwerte in den Wintermonaten bei 0 bis â5 °C.cite-ref-allmetsat-13-0[13] Der feuchteste Monat ist der August mit einer mittleren Niederschlagsmenge von 74 mm. Der Februar ist hingegen mit rund 37 mm der trockenste Monat. Die durchschnittliche Lufttemperatur in Zgorzelec betrĂ€gt 8,2 °C, der jĂ€hrliche Niederschlag 657 Millimeter.cite-ref-temperatur-14-0[14]cite-ref-regen-15-0[15] Die durchschnittliche Dauer der Vegetationsperiode mit mehr als 5 °C betrĂ€gt 220 Tage.cite-ref-republika-16-0[16]
Die lÀngste Sonnenscheindauer herrscht im Juli mit tÀglich rund sieben Stunden. Im Dezember betrÀgt die Sonnenscheindauer durchschnittlich nur eine Stunde und 30 Minuten pro Tag.cite-ref-sonne-17-0[17]
Die Daten der darunterstehenden Klimatabelle stammen von der Wetterwarte Görlitz, dem deutschen Teil der Doppelstadt.
Geschichte
â
Hauptartikel
:
Geschichte von Görlitz
Vorstadt auĂerhalb der Stadtmauer
Das heutige Zgorzelec war bis 1945 die östlich der NeiĂe gelegene Vorstadt von Görlitz und somit ist ein GroĂteil der Geschichte eng mit der Entwicklung der Stadt Görlitz verbunden. An der Stelle der heutigen AltstadtbrĂŒcke verband schon seit langer Zeit ein BrĂŒckenbauwerk beide Uferseiten der NeiĂe. Die BrĂŒcke war weit und breit der einzige Ăbergangspunkt fĂŒr schwere Fuhrwerke. So bĂŒndelte sich in der Görlitzer Vorstadt rechts der NeiĂe der damalige Fernverkehr aus Breslau, Bunzlau, Friedland, Lauban, Prag, Reichenberg, Sagan, Schönberg und Seidenberg sowie der Nahverkehr aus den reichen Dörfern östlich der NeiĂe. Ein GroĂteil des bedeutenden Verkehrs auf den wenigen StraĂen der NeiĂevorstadt sank erst mit dem Bau der Eisenbahn 1847 sowie mit der Eröffnung der Reichenberger BrĂŒcke 1875 (heute: Johannes-Paul-II.-StadtbrĂŒcke) sĂŒdlich der AltstadtbrĂŒcke.cite-ref-jecht716-20-0[20]
Der Spitalturm am Ostufer der BrĂŒcke bildete das Vorwerk des NeiĂetores auf der westlichen NeiĂeseite und sicherte die NeiĂeĂŒberquerung gegen Angriffe von Osten. Die Stadtmauer umschloss jedoch nur die Stadtteile westlich der NeiĂe. Um den Spitalturm entwickelte sich im Laufe der Jahre die Ostvorstadt unterhalb des Raben- und Töpferberges. Sie umfasste am Beginn nur wenige StraĂen. Die Vorstadt litt oft unter Wassermangel. Erst 1845 wurde eine Wasserleitung ĂŒber die NeiĂe verlegt. Seit 1878 wurde die Vorstadt auch ĂŒber das Wasserwerk an den Leschwitzer Wiesen im heutigen WeinhĂŒbel versorgt. Die erste Erweiterung der Vorstadt erfolgte in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts mit der Anlage der Laubaner StraĂe. 1522 folgte die zweite durch die Anlage des NeustĂ€dtchens.cite-ref-jecht716-20-1[20]
Schwer gelitten hat die Vorstadt wĂ€hrend der Hussitenkriege, der Belagerung der schwedisch besetzten Stadt durch kursĂ€chsisch-kaiserliche Truppen 1641 und im Krieg von 1813 sowie durch FeuersbrĂŒnste von 1525, 1726, 1807 und 1811.cite-ref-jecht716-20-2[20]
Ausdehnung der Vorstadt im 19. Jahrhundert und Entwicklung zum MilitÀrstandort
Im 19. Jahrhundert nahm die Bevölkerungszahl in Görlitz stark zu. Auch die östliche Vorstadt erlebte in den GrĂŒnderzeitjahren einen Bauboom. Die dritte Erweiterung fand nach der Eröffnung der Reichenberger BrĂŒcke rund um das ehemalige Gasthaus Stadt Prag statt. Als vierte Erweiterung gilt die verstĂ€rkte Besiedlung des Rabenberges â diese Siedlung wurde 1910 als Gartenstadt angelegt.cite-ref-jecht716-20-3[20] Im Jahr 1929 entstand das Wohlfahrtshaus des Diakonischen Werks an der Wasserpforte (Ulica NadbrzeĆŒna), einer NebenstraĂe der Breslauer StraĂe (Ulica WrocĆawska).cite-ref-21[21]
Im Jahr 1876 legte die Stadt fĂŒr die Bebauung mehrere GrundsĂ€tze fest. An den NeiĂeĂŒbergĂ€ngen sollten PlĂ€tze angelegt sowie zwischen der Reichenberger BrĂŒcke und dem Viadukt PromenadenstraĂen errichtet werden. Auch Parkanlagen waren zwischen dem Viadukt und der Reichenberger BrĂŒcke vorgesehen. Die Bebauung an den StraĂen sollte breite VorgĂ€rten erhalten. Die nĂ€chste Ăberarbeitung des Planes im Jahr 1885 sah ein regelmĂ€Ăiges Rechteckmuster fĂŒr die StraĂenverlĂ€ufe vor, das auf keine GelĂ€ndebewegung RĂŒcksicht nahm. Ein weiterer Bebauungsplan von 1899 verwarf das Rechteckmuster, passte den StraĂenverlauf an die GelĂ€ndeverhĂ€ltnisse an und beschrĂ€nkte sich weiterhin nur auf das sĂŒdliche Gebiet. Ausgangspunkt fĂŒr den Plan war ein projektierter dritter NeiĂeĂŒbergang in der VerlĂ€ngerung der EmmerichstraĂe. In dieser Zeit entstand auch das Neorenaissanceeckhaus, das heute das Zgorzelecer Rathaus beherbergt.cite-ref-22[22]
Im Jahr 1905 fand auf Friedrichsplatz (Plac Jerzego PopieĆuszki) und im Park sĂŒdlich der Ruhmeshalle die Niederschlesische Gewerbe- und Industrieausstellung statt. Auf ca. 16,4 Hektar boten 114 Aussteller in zahlreichen Pavillons ihre Waren dar.cite-ref-23[23]
Der Ausbau zur preuĂischen Garnisonsstadt hinterlieĂ seine Spuren in der Ostvorstadt. Drei Kasernen entstanden am damaligen Stadtrand, die Neue Kaserne (1896) (seit 1938: CourbiĂšre-Kaserne) an der TrotzendorfstraĂe (Ulica Armii Krajowej), die Kleist-Kaserne (1935) an der KleiststraĂe (Ulica BohaterĂłw II Armii Wojska Polskiego) und die Winterfeldt-Kaserne (1936) an der Elsa-Brandström-StraĂe (Ulica Elizy Orzeszkowej). Die GrĂŒnderzeitbauten, die ehemaligen Kasernen und die Wohnbebauung der 1920/30er Jahren kĂŒnden noch heute von dem aufstrebenden Stadtteil. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde am 30. Juni 1935 die FrontkĂ€mpfersiedlung eingeweiht.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25]
Ende des Zweiten Weltkriegs und Neubesiedlung
Am 8. Mai 1945 rĂŒckte die Rote Armee in Görlitz ein, und am 1. Juni wurde der Ostteil der Stadt von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Die bis dahin noch nicht geflohenen Bewohner wurden ab Juli 1945 von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde in die Sowjetische Besatzungszone vertrieben. ZunĂ€chst war unklar, ob die StadthĂ€lfte dauerhaft von der Volksrepublik Polen annektiert werden sollte. Deshalb kamen in den ersten Monaten und Jahren nach 1945 kaum Polen, um sich hier anzusiedeln.cite-ref-26[26]
Beiderseits der neuen politischen Grenze entlang von Oder und NeiĂe wurde eine 30 Kilometer breite Grenzzone eingerichtet, die von Grenzschutzsoldaten besetzt und kontrolliert wurde. FĂŒr die Einreise in diese Grenzzone benötigte man eine Genehmigung und wurde bei der Ein- und Ausreise kontrolliert. Zu den ersten polnischen Einwohnern der östlichen StadthĂ€lfte zĂ€hlten Insassen der befreiten Konzentrationslager, Remigranten aus Westeuropa und MilitĂ€rsiedler. SpĂ€ter wurden auch Bewohner neu angesiedelt, die aus den im Rahmen der âWestverschiebung Polensâ an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen. AuĂerdem kamen Neusiedler aus Zentralpolen sowie den sĂŒdlichen Woiwodschaften.cite-ref-grenze-27-0[27]
Zu den polnischen Siedlern kamen Ende der 1940er Jahre zahlreiche griechische und mazedonische FlĂŒchtlinge, die in der Stadt einquartiert wurden. Sie hatten ihr Heimatland wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges zwischen 1946 und 1949 verlassen und flohen zunĂ€chst in die NachbarlĂ€nder Albanien, Jugoslawien und Bulgarien. Die nach Albanien und Bulgarien geflohenen Griechen wurden zwischen 1948 und 1950 auf die sozialistischen BruderlĂ€nder verteilt. Nach Polen kamen zwischen 1949 und 1950 ca. 15.000 FlĂŒchtlinge zunĂ€chst per Schiff und spĂ€ter auch ĂŒber den Schienenweg. Die FlĂŒchtlinge wurden zunĂ€chst in Danzig, Gdynia, Stettin und in Niederschlesien einquartiert. Die gröĂten Auffanglager befanden sich in Police (Pölitz) in Westpommern und in Zgorzelec. Zgorzelec war zugleich auch Standort eines staatlichen Erziehungszentrums fĂŒr Kinder und Jugendliche aus Griechenland (poln.: POW â PaĆstwowy OĆrodek Wychowawczy) mit Grundschule, Lyzeum und Internat. Unter den Griechen und Makedoniern nannte man die Stadt damals Paidopolis bzw. Detski Grad (dt.: Kinderstadt). Die Einrichtungen des POW waren unter anderem auch in den drei einstigen deutschen Kasernen untergebracht.cite-ref-heimat88ff-28-0[28]
Ab Sommer 1949 wurden in Zgorzelec alle in Polen untergekommenen BĂŒrgerkriegsflĂŒchtlinge zusammengezogen. Auch neuankommende FlĂŒchtlinge wurden sofort an die NeiĂe transportiert. Aufgrund der bevorstehenden Ăbernahme der örtlichen Kasernen durch das polnische MilitĂ€r wurden die Lager und das POW im Sommer 1950 aufgelöst und ein Teil der FlĂŒchtlinge auf die umliegenden StĂ€dte und Betriebe verteilt. Ein bedeutender Teil der Griechen und Makedonier blieb in Zgorzelec. Ab 1958 konnten die ersten Makedonier nach Jugoslawien zurĂŒckkehren. Nach dem Ende der Obristendiktatur 1974 konnten auch die Griechen RĂŒckkehr in ihr Heimatland beantragen. Die meisten Griechen konnten aufgrund der aberkannten StaatsbĂŒrgerschaft jedoch erst ab 1981 nach dem Sieg von Andreas Papandreou nach Griechenland zurĂŒck.cite-ref-heimat88ff-28-1[28] Einige Dutzend Nachfahren der Griechen von 1948 leben bis heute in der Stadt.cite-ref-de-pl-info-29-0[29] An diesen Teil der Geschichte erinnern: der 2016 aufgestellte Obelisk am Ort des einstigen Griechenlagers sowie das Festival des griechischen Liedes jedes Jahr im Juli.cite-ref-dlf2018-30-0[30]
Polonisierung
Die neuen Bewohner begannen mit der Polonisierung des östlichen Stadtgebiets. Offiziell wurde das Vorhaben als Repolonisierung bezeichnet, da die Lausitz bereits im 10. Jahrhundert zum Königreich Polen gehörte. Die kommunistischen Machthaber sprachen von wiedergewonnenen Gebieten. Im Rahmen der Polonisierung sollten die deutschen Spuren in den nun polnischen Gebieten verschwinden. Aus dem öffentlichen Raum verschwanden zahlreiche KulturgĂŒter, wie zum Beispiel DenkmĂ€ler und Andachtstafeln. Erste Zerstörungen gingen oft aus RachegefĂŒhlen gegen die einstige deutsche Bevölkerung hervor. Teilweise wurden auch Grabsteine auf den Friedhöfen zerstört und deutschsprachige GebetbĂŒcher vernichtet.cite-ref-grenze-27-1[27]
ZunĂ€chst bekam der Ostteil von Görlitz den Namen Zgorzelice, wurde jedoch 1946 nochmals in die heutige Bezeichnung Zgorzelec umbenannt, die der polonisierten Version des sorbischen Namens (ZgĂłrjelc bzw. Zhorjelc) entspricht.cite-ref-heimat78-31-0[31] Die Oder-NeiĂe-Grenze wurde am 6. Juli 1950 durch das zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen geschlossene Görlitzer Abkommen dauerhaft festgelegt. Danach begann die eigentliche Entwicklung der nun eigenstĂ€ndigen polnischen Stadt Zgorzelec.cite-ref-32[32] Bei vielen angesiedelten Familien blieb jedoch noch lang die Ungewissheit, ob die entlang von Oder und NeiĂe gezogene Grenze endgĂŒltig sei. Anfangs mussten sich beide Teile der Stadt noch infrastrukturelle Einrichtungen, wie zum Beispiel das Gaswerk auf der polnischen und das Wasserwerk auf der deutschen Seite teilen. Erst im Laufe der Jahrzehnte bauten beide Stadtteile ihre eigene Infrastruktur aus. So entstand beispielsweise zwischen 1968 und 1972 ein neues Wasserwerk fĂŒr den polnischen Teil im sĂŒdlichen Ujazd.cite-ref-grenze-27-2[27]cite-ref-33[33]
Im Jahr 1957 wurde der grenzĂŒberschreitende Verkehr ĂŒber das von polnischen Facharbeitern wiedererrichtete NeiĂeviadukt aufgenommen.cite-ref-34[34] Am 1. Oktober des Folgejahres erklĂ€rten beide Nachbarstaaten die StadtbrĂŒcke zum offiziellen GrenzĂŒbergang.cite-ref-35[35] FĂŒr den GrenzĂŒbertritt wurde jedoch ein Visum benötigt. Nach dem Inkrafttreten des visafreien Reiseverkehrs zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen im Jahr 1972 wurde der GrenzĂŒbergang an der StadtbrĂŒcke zu einem der wichtigsten GrenzĂŒbergĂ€nge im Westen Polens.cite-ref-36[36] Der GrenzĂŒbergang Görlitz/Zgorzelec war der einzige Ăbergang fĂŒr den StraĂenverkehr zwischen Zittau im SĂŒden und Bad Muskau im Norden. Der visafreie Reiseverkehr wurde nach den Unruhen im Zusammenhang mit der SolidarnoĆÄ-Bewegung in Danzig bereits am 30. Oktober 1980 vonseiten der DDR wieder aufgehoben.cite-ref-37[37]
Das MilitÀr war bereits seit der Errichtung der Neuen Kaserne 1896 sehr prÀsent in der Oststadt. Seit 1945 nutzten die polnischen StreitkrÀfte Zgorzelec als Garnisonsstadt. Die polnischen Truppen blieben bis 1998 in den ehemaligen deutschen Kasernen im Stadtgebiet stationiert. Bis zum Abzug nutzten die StreitkrÀfte die einstige Kleist-Kaserne und die Winterfeldt-Kaserne. Unter anderem waren in Zgorzelec ein Flak-Regiment, ein AufklÀrungsbataillon sowie ein Regiment der Chemiewaffenabwehr stationiert.
Nach 1989
Zgorzelec gehörte in der neugeschaffenen Verwaltungsstruktur Polens nach dem Zweiten Weltkrieg anfangs zur Woiwodschaft Breslau. Nach der Reform der Woiwodschaftsstrukturen 1975 wechselte die Stadt in die neugegrĂŒndete Woiwodschaft Jelenia GĂłra.cite-ref-38[38] Im Zuge der Verwaltungsreform 1998 ging die Woiwodschaft Jelenia GĂłra in der Woiwodschaft Niederschlesien auf.
Seit 1998 bilden Zgorzelec und die deutsche Nachbarstadt Görlitz eine Europastadt. Als Zeichen des Zusammenwachsens wurde die frĂŒhere AltstadtbrĂŒcke am 20. Oktober 2004 wieder eröffnet. Sie verbindet die NeiĂevorstadt von Zgorzelec mit der Görlitzer Altstadt. Die BrĂŒcke war am 7. Mai 1945 ebenso wie alle anderen BrĂŒcken in der Stadt gegen 22 Uhr gesprengt worden und war bis dahin die Ă€lteste NeiĂequerung in der Stadt gewesen.cite-ref-39[39] Auch der Umgang mit der deutschen Geschichte der Stadt hat sich entspannt. Im Februar 2012 beschloss der Stadtrat die Benennung zweier StraĂen in der NeiĂevorstadt nach BartholomĂ€us Scultetus und Jakob Böhme.cite-ref-40[40] Seit 2011 erinnert auch ein Denkmal an der Kreuzung Ulica Stefana Okrzei/Ulica BohaterĂłw Getta an Böhme.cite-ref-41[41]
Gemeinsam mit Görlitz bewarb sich Zgorzelec um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010. Die Doppelstadt musste sich im Endausscheid Essen bzw. dem Ruhrgebiet geschlagen geben.cite-ref-42[42]
In der Nacht vom 14. auf den 15. MĂ€rz 2020 schloss Polen seine GrenzĂŒbergĂ€nge zu Deutschland infolge der COVID-19-Pandemie und somit auch die GrenzĂŒbergĂ€nge im Zgorzelecer Stadtgebiet. Die AltstadtbrĂŒcke wurde mit BauzĂ€unen komplett abgeriegelt und von mit Maschinengewehren bewaffneten, polnischen Grenzschutztruppen der StraĆŒ Graniczna bewacht. Der GrenzĂŒbergang an der StadtbrĂŒcke blieb fĂŒr polnische RĂŒckkehrer geöffnet, die sich 14 Tage in QuarantĂ€ne begeben mussten. Die Grenzen wurden in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 2020 wieder geöffnet. Der Zgorzelecer BĂŒrgermeister RafaĆ Gronicz öffnete mit seinem Görlitzer Amtskollegen Octavian Ursu feierlich den Grenzzaun auf der AltstadtbrĂŒcke im Beisein mehrerer hundert Menschen.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]cite-ref-45[45]
Eingemeindungen
1929 wurde das Dorf Moys zum Görlitzer Stadtgebiet eingemeindet. Unter der polnischen Administration blieb Moys ein Stadtteil, wurde allerdings in Ujazd umbenannt.cite-ref-46[46] Nach 1945 kam es lediglich zu kleineren Gebietswechseln, aber zu keinen weiteren Eingemeindungen.
Unter der polnischen Verwaltung wechselte bis 1989 der GelĂ€ndestreifen östlich des heutigen Real-Marktes an der Ulica SĆowiaĆska zur Nachbargemeinde ĆagĂłw (Leopoldshain). Der GelĂ€ndestreifen reichte bis zur Ortsdurchfahrt von Leopoldshain. Im SĂŒdwesten des Stadtteils Ujazd (Moys) hingegen erweiterte sich im gleichen Zeitraum das Stadtgebiet um ein kleines WaldstĂŒck an der NeiĂe und im Osten um ein kleines Areal östlich der Ulica StanisĆawa KulczyĆskiego. Zwischen 1989 und 2007 kam ein etwa 500 Meter breiter GelĂ€ndestreifen nördlich der Autostrada 4 zwischen der NeiĂe und der Eisenbahnstrecke nach WÄgliniec (Kohlfurt) zur Stadt. Dieses Areal gehörte bereits vor 1945 zur Stadt Görlitz.cite-ref-47[47]
Einwohnerentwicklung
Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten ca. 8800 Görlitzer BĂŒrger im Ostteil der Stadt.cite-ref-48[48] Die deutsche Bevölkerung wurde zum GroĂteil 1945 aus der Oststadt vertrieben. Im Dezember 1945 lebten noch etwa 2400 deutsche BĂŒrger im Ostteil, im Jahr 1949 waren es noch 17.cite-ref-ausstellung-49-0[49]
Die polnische Regierung förderte die Umsiedlung ihrer Landsleute unter anderem mit dem Versprechen, dass jeder Zentralpole einen Hof in den Westgebieten erhalten wĂŒrde. In WerbebroschĂŒren versprach man den Siedlern bessere Lebensmöglichkeiten und Reichtum.cite-ref-heimat79-50-0[50] Im Jahr 1947 lebten jedoch erst etwa 4300 Polen in der einstigen Görlitzer Oststadt. Die HĂ€lfte der angesiedelten Polen waren auch Zwangsumgesiedelte, die aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten kamen, die die Sowjetunion besetzt hatte. Die zweite groĂe Gruppe der Neuansiedler waren MilitĂ€rsiedler und Umsiedler aus Zentral- und SĂŒdpolen.cite-ref-ausstellung-49-1[49] Auch polnische Reimigranten aus Westeuropa zĂ€hlten zu den NeubĂŒrgern.cite-ref-heimat78-31-1[31] Neben den polnischen Siedlern wurden von 1948 bis 1950 vorĂŒbergehend makedonische und griechische BĂŒrgerkriegsflĂŒchtlinge in der Stadt untergebracht. Zeitweilig lebten bis zu 9.000 FlĂŒchtlinge in der Stadt.cite-ref-heimat91-51-0[51] Der gröĂte Teil von ihnen kehrte in den 1980er Jahren wieder in die Heimat zurĂŒck.cite-ref-de-pl-info-29-1[29] Der sogenannte Bulwar Grecki (dt.: griechischer Boulevard) mit einem Gedenkstein am NeiĂeufer und ein griechisches Fest erinnern an diese Zeit. Im Jahr 2010 lebten noch etwa 60 Griechen und deren Nachfahren in Zgorzelec. Damit ist sie die gröĂte griechische Gemeinde in Polen.cite-ref-52[52]
Aktuell wohnen in Zgorzelec 29.810 (Stand: 31. Dezember 2020), das sind rund 7.000 Bewohner weniger als noch zum Höchststand 1994. Damit verzeichnet der Ort jedoch einen etwas schwĂ€cheren BevölkerungsrĂŒckgang als die deutsche Nachbarstadt, deren Bevölkerungszahl im Vergleichszeitraum um nahezu 20 % sank. Zgorzelec und Görlitz haben zusammen rund 85.600 Einwohner, von denen rund 56.000 in Görlitz leben (Stand Dezember 2020).cite-ref-53[53]cite-ref-54[54]
Im Jahr 2019 waren 2,5 % der Einwohner im erwerbsfÀhigen Alter arbeitslos. 53,5 % der Arbeitslosen waren weiblich.cite-ref-statistik-55-0[55]
Religionen
Der GroĂteil der Bevölkerung gehört, wie die meisten Polen, der römisch-katholischen Konfession an. Die griechischen FlĂŒchtlinge, die bis heute in der Stadt verblieben, und deren Nachfahren besitzen seit 2002 eine ganz aus Holz gebaute, 45 mÂČ kleine orthodoxe Kirche â die Heilige-Konstantin-und-Helena-Kirche.cite-ref-56[56] Der gegenwĂ€rtige (2018) Priester stammt aus Ostpolen und kann nur das theologisch gelehrte Altgriechisch, aber keineswegs das von den heutigen Griechen gesprochene Neugriechisch, was zu einer merklichen Entfremdung der Griechennachkommen fĂŒhrte. Er versteht sich und die Gemeinde daher eher als Anlaufpunkt fĂŒr alle orthodoxen Christen in Zgorzelec.cite-ref-dlf2018-30-1[30] In der Pfarrkirche St. Peter und Paul in der deutschen Nachbarstadt Görlitz werden seit 2006 regelmĂ€Ăig auch evangelische Gottesdienste in polnischer Sprache fĂŒr die protestantischen Bewohner abgehalten. Die Zgorzelecer Protestanten gehören jedoch der lutherischen Gemeinde LubaĆ an.cite-ref-57[57] Weitere Religionsgemeinschaften sind die Baptisten, die freikirchliche Pfingstbewegung und die Zeugen Jehovas.
Die katholischen Gemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Zgorzelec und dieses wiederum zum Bistum Legnica. Unter den zahlreichen Kirchen der Stadt befinden sich Kirchenbauten aus der deutschen Ăra der Stadt, aber auch mehrere Neubauten am Stadtrand. Eine imposante Doppelkirche entstand ab 1981 am nördlichen Stadtrand mit der Oberkirche St. Josef (poln.: KoĆciĂłĆ Ćw. JĂłzefa Robotnika) und der Unterkirche St. Barbara (poln.: KoĆciĂłĆ Ćw. Barbary). Sie wurde 1983 geweiht und befindet sich an der Ulica KsiÄdza Jana Kozaka auf freiem Feld sĂŒdlich des WerksgelĂ€ndes des Zgorzelecer Heizwerkes. Der jĂŒngste Sakralbau ist die 2009 geweihte St.-Hedwigs-Kirche (poln.: KoĆciĂłĆ Ćw. Jadwigi ĆlÄ
skiej) im Osten der Stadt in der NĂ€he des Gewerbegebietes.cite-ref-58[58]
Ein weiterer Kirchenneubau entsteht im Stadtteil Ujazd nahe dem ehemaligen evangelischen Friedhof. Die Liebfrauenkirche (poln.: KoĆciĂłĆ parafialny p.w. Matki BoĆŒej Ćaskawej) soll nach der Fertigstellung als Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei (poln.: Parafia Matki BoĆŒej Ćaskawej) dienen. Im Jahr 2012 finden die Gottesdienste in einem provisorischen KirchengebĂ€ude an der Baustelle statt.cite-ref-59[59] Der einstige Moyser Friedhof wurde im Herbst 2010 nach Jahrzehnten des Verfalls saniert und die verbliebenen deutschen Grabsteine wieder aufgestellt. Die bei den Bauarbeiten geborgenen Knochenreste wurden in eine Sammelgrabstelle gebettet, die mit einer Steinplatte bedeckt wurde. Auf der Steinplatte wurden drei groĂe Gedenktafeln mit den Namen der Verstorbenen aufgestellt. Die Gemeinde der Liebfrauenkirche wird den Friedhof zukĂŒnftig wieder fĂŒr ihre BegrĂ€bnisse nutzen.cite-ref-60[60]cite-ref-61[61]cite-ref-62[62]
Politik
Stadtrat
Der Stadtrat (poln.: Rada Miasta) wird alle vier Jahre gewÀhlt und besteht aus 21 Abgeordneten. Die letzte Stadtratswahl fand im Jahr 2014 statt.cite-ref-stadtrat-63-0[63] Im Stadtrat sind zurzeit zwei Parteien und zwei lokale WÀhlervereinigungen vertreten. Die 21 SitzplÀtze in der Stadtvertretung sind wie folgt verteilt:cite-ref-64[64]
| Partei | Sitze [ 63 ] |
|---|---|
| Platforma Obywatelska | 15 |
| Prawo i SprawiedliwoĆÄ | 1 |
| Porozumienie Prawicy | 4 |
| Komitet Wyborczy WyborcĂłw Ponad PodziaĆami | 1 |
BĂŒrgermeister
Die ersten freien Kommunalwahlen fanden 1990 statt, jedoch wechselte das BĂŒrgermeisteramt hĂ€ufig. Bereits im Folgejahr war das dritte Stadtoberhaupt im Amt.cite-ref-65[65] Seit 2006 ist RafaĆ Gronicz (PO) BĂŒrgermeister von Zgorzelec. Er stellte sich 2010 zur Wiederwahl fĂŒr das BĂŒrgermeisteramt und gewann die Wiederwahl gegen seinen AmtsvorgĂ€nger MirosĆaw Fiedorowicz (SLD). Auch die Wahlen im Jahr 2014 konnte er im zweiten Wahlgang mit 66,48 % gegen seinen Herausforderer Zawada SĆawomir Artur (PiS) fĂŒr sich entscheiden.cite-ref-66[66] Die Amtszeit des BĂŒrgermeisters dauert vier Jahre.cite-ref-67[67]cite-ref-68[68] Das Rathaus mit dem Amtszimmer des Stadtoberhauptes befindet sich in einem ehemaligen GrĂŒnderzeitwohnhaus an der Ulica DomaĆskiego Ecke Ulica Warszawska.
Haushalt
Die Einnahmen der Stadt betrugen im Jahr 2014 rund 107,5 Millionen ZĆoty. Der GroĂteil der Einnahmen stammte mit 52,1 % aus dem Gemeindeanteil an der Körperschaft- und Einkommensteuer. Die Einnahmen entsprachen 3389 ZĆoty pro Einwohner. Den Einnahmen standen im selben Jahr Ausgaben in Höhe von 107,2 Millionen ZĆoty gegenĂŒber. FĂŒr Bildung und Erziehung wurde der gröĂte Anteil mit 28,5 % ausgegeben, gefolgt von 24,6 % fĂŒr Sport. Der Anteil an Ausgaben fĂŒr Soziales (u. a. Sozialhilfe) belief sich auf 12,9 %. Die Ausgaben fĂŒr die öffentliche Verwaltung und Umweltschutz hatten einen Gesamtanteil von 10,7 %. Die Prokopfausgaben betrugen 3380 ZĆoty.cite-ref-statistik-55-1[55]
Wappen und Flagge
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| Banner, Wappen und Hissflagge | Banner, Wappen und Hissflagge |
Zgorzelec fĂŒhrt seit 1960 ein eigenes Stadtwappen.cite-ref-wappen-69-0[69] Es hat seinen Ursprung in dem ersten Görlitzer Stadtsiegel (Sigillum civitatis Gorliz) aus dem 13. Jahrhundert. Das Siegel befand sich 1298 an einem Beschluss des Rats der Stadt.cite-ref-70[70] Es unterscheidet sich vom Stadtwappen unter anderem in der Figur auf dem mittleren Wappenschild. Das Wappen auf dem Siegel zierte bis 1329 der Brandenburgische Adler, der danach durch den Böhmischen Löwen ersetzt wurde. Auf dem Stadtwappen ist dort der Schlesische Adler zu sehen, allerdings ohne den silbernen Brustmond mit seinem Kreuz. Der mittlere höhere Torturm mit dem breiten Dach ging bei der Umgestaltung verloren. Von ihm blieb lediglich die rundbogig geschlossene Toröffnung erhalten. Auch das Siegel mit dem böhmischen Wappen zeigte nur noch die Toröffnung.cite-ref-lausitzischesmagazin-71-0[71]
Blasonierung: In Blau eine gezinnte silberne Stadtmauer mit zwei spitzbedachten TĂŒrmen, zwischen denen vor einer rundbogigen Toröffnung sich ein nach rechts gelehnter dreieckiger Schild mit dem schlesischen Adler und darĂŒber ein eisenfarbener Topfhelm mit einem Adlerflug befinden.cite-ref-lausitzischesmagazin-71-1[71]cite-ref-wappen2-72-0[72]
Die Stadtflagge ist dreigeteilt. Die oberen zwei FĂŒnftel der Fahne sind blau und die unteren zwei FĂŒnftel gelb. Der mittlere, dĂŒnne Streifen ist weiĂ. Die Farben gelb und blau symbolisieren die Zugehörigkeit zur Oberlausitz. Die untere Farbkombination weiĂ und gelb sind die Farben der schlesischen Flagge.cite-ref-wappen-69-1[69]cite-ref-wappen2-72-1[72]
StÀdtepartnerschaften und Europastadt
Neben der Partnerschaft mit der deutschen Nachbarstadt Görlitz unterhĂ€lt Zgorzelec StĂ€dtepartnerschaften mit dem französischen Avion, dem ukrainischen Myrhorod und dem griechischen Naoussa. Die Partnerschaft mit Naoussa wurde am 29. August 1998 von Grigoris Lioliosa, dem BĂŒrgermeister von Naoussa und dem Zgorzelecer Stadtoberhaupt Wojciech Leszczynski unterzeichnet.cite-ref-73[73]
Bereits 1980 wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der deutschen Nachbarstadt geschlossen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der Vertrag im April 1991 und zuletzt 2004 â im Jahr der Eröffnung der neuen AltstadtbrĂŒcke ĂŒber die NeiĂe â erneuert. Erstmals fand 1996 eine gemeinsame Stadtratssitzung von deutschen und polnischen StadtrĂ€ten statt. Mittlerweile treffen sich beide Stadtparlamente mindestens einmal jĂ€hrlich.cite-ref-entwicklung-74-0[74]
Beide NachbarstĂ€dte kooperieren mittlerweile auch im Rahmen der 1998 deklarierten Europastadt auf vielen Ebenen. So existiert beispielsweise eine innerstĂ€dtische, grenzĂŒberschreitende Stadtbuslinie. Ausgehend von der Stadt Zgorzelec startete 2012 auch ein neuer Anlauf fĂŒr eine grenzĂŒberschreitende StraĂenbahnlinie. Der Zgorzelecer BĂŒrgermeister bekam bereits von der Woiwodschaft Niederschlesien UnterstĂŒtzung signalisiert. Kosten fĂŒr Investitionen und Betrieb sowie der Streckenverlauf sollen in einer Studie ermittelt werden um einen Antrag auf europĂ€ische Fördermittel beantragen zu können. Angestrebt ist eine Umsetzung bis 2020.cite-ref-75[75] Weiterhin gibt es seit 1994 den deutsch-polnischen Kindergarten Zwergenhaus in Görlitz und einen polnisch-deutschen Kindergarten in Zgorzelec. WeiterfĂŒhrend können die Kinder und Jugendlichen die deutsch-polnische Grundschule in der Innenstadt und das bilinguale Augustum-Annen-Gymnasium besuchen. Auch zahlreiche sportliche und kulturelle Veranstaltungen werden von beiden StĂ€dten getragen, so z. B. der Europamarathon, der BrĂŒckenlauf, die Verleihung des Internationalen BrĂŒckepreises und die wiederbelebten Schlesischen Musikfeste.cite-ref-entwicklung-74-1[74]
Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten
Theater
Im Miejski Dom Kultury (dt.: stĂ€dtisches Kulturhaus), der ehemaligen Oberlausitzer Gedenkhalle, finden regelmĂ€Ăig Theaterkurse statt. TheaterauffĂŒhrungen finden im Dom Kultury jedoch nur sehr selten statt und werden oftmals durch Ensembles aus anderen StĂ€dten aufgefĂŒhrt. Im Theater Görlitz bzw. dem Theater Apollo in der Nachbarstadt finden auch TheaterauffĂŒhrungen in polnischer Sprache bzw. TheaterstĂŒcke und Operetten mit polnischen Untertitel statt. Teilweise tritt auch das Ensemble aus Jelenia GĂłra in Görlitz auf.
Im Kinosaal und im Auditorium des Miejski Dom Kultury probt die Theatergruppe Phantom fĂŒr das alljĂ€hrliche StraĂentheaterfestival der beiden NachbarstĂ€dte. Bei dem internationalen StraĂentheaterfestival ViaThea treffen sich in der Doppelstadt Görlitz/Zgorzelec KĂŒnstler und Theatergruppen aus ganz Europa um auf öffentlichen StraĂen, PlĂ€tzen und Parks östlich und westlich der NeiĂe ein Wochenende ihre StĂŒcke zur Schau zu stellen.
Museen
In der historischen NeiĂevorstadt befindet sich das Lausitzer Museum (poln.: Muzeum ĆuĆŒyckie). In dem Museum werden die Geschichte, die Kultur und der Alltag der Bewohner der polnischen Oberlausitz vorgestellt. Das Museum ist ein Projekt der Euroopera. FĂŒr das Museum wurde mit Hilfe der EU ein verfallenes Haus an der Ulica DaszyĆskiego restauriert und fĂŒr den Museumsbetrieb umgebaut. Es eröffnete im Jahr 2007.cite-ref-76[76] Im Kaisertrutz in der deutschen Nachbarstadt wurde 2012 eine neue Dauerausstellung ĂŒber die Historie der Stadt Görlitz eröffnet, die die Entwicklung der Stadt von der frĂŒhzeitlichen Besiedlung ĂŒber die Teilung bis in das Wendejahr 1989 beleuchtet.
Das benachbarte Jakob-Böhme-Haus ist ebenfalls ein Projekt der Euroopera. In ihm wird an den Mystiker und Philosophen Jakob Böhme erinnert. Er soll in diesem Haus von 1599 bis 1610 gelebt haben. Heute ist das Haus auch Sitz von Euroopera.
Musik
Das Festival des griechischen Liedes findet jedes Jahr im Juli statt.cite-ref-dlf2018-30-2[30]
Das Schlesische Musikfest findet seit der Wiederbelebung in den 1990er Jahren wieder in Görlitz, Zgorzelec und der nĂ€heren Umgebung statt. Vor 1945 fanden die Musikfestspiele in der Stadthalle an der NeiĂe statt. Nach der Wiederbelebung des Festes werden Konzerte auch an verschiedenen Veranstaltungsorten auf polnischer Seite ausgerichtet. In den vergangenen Jahren fanden Konzerte im Dom Kultury und in der St. Josef-Kirche statt.cite-ref-77[77]
Bauwerke
â
Hauptartikel
:
Liste der KulturdenkmÀler in Zgorzelec
Die DreiradenmĂŒhle an der neuen AltstadtbrĂŒcke zĂ€hlt zu den SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt. Das markante Mosaikgesicht auf der SĂŒdseite des 1938 neben der MĂŒhle errichteten Getreidesilos ist weithin sichtbar. Das Silo ist eines der wenigen erhaltenen GebĂ€ude der alten MĂŒhle. Die MĂŒhle diente seit dem 13. Jahrhundert als Getreide- und WalkmĂŒhle der Görlitzer WeiĂgerber. Heute befindet sich in einem GebĂ€ude ein Restaurant. Auf der anderen StraĂenseite ist das historische Viertel am Plac Pocztowy (Töpferberg) um die PostmeilensĂ€ule wieder entstanden. Die HĂ€user um den Platz sind dem historischen Vorbild nachempfunden worden und warten seit ihrer Fertigstellung auf eine Nutzung.cite-ref-78[78]cite-ref-79[79]
Langfristig ist auch die neue Bebauung der FreiflĂ€chen nördlich der DreiradenmĂŒhle und des Postplatzes an der Ulica WrocĆawska beabsichtigt. Die Bebauung soll dabei nicht ausschlieĂlich nach dem historischen Vorbild wieder aufgebaut werden, jedoch ein âĂ€sthetisches Zusammenwachsen mit der vorhandenen Altbausubstanz ermöglich[en]â. Das historische Stadtbild soll durch die Bebauung nicht gestört werden. Zgorzelec arbeitet bei der Revitalisierung der NeiĂevorstadt eng mit der Görlitzer Denkmalschutzbehörde zusammen.cite-ref-80[80] Die historische Bebauung an der NeiĂe wurde bei der Sprengung der AltstadtbrĂŒcke im Mai 1945 beschĂ€digt und in den 1950er Jahren abgerissen.cite-ref-81[81]
Auch das ehemalige Rabenvorwerk auf dem Rabenberg oberhalb der NeiĂe sei hier erwĂ€hnt. Es ist auch unter dem Namen Scultetus-Hof bekannt und befindet sich an der Ulica Ogrodowa Ecke Ulica Stefana Ć»eromskiego. Im Jahr 1440 wurde der Hof erstmals im Zusammenhang mit dem Erwerb durch Seifrid Goswin erwĂ€hnt. 1529 erwarb nach zahlreichen ZwischeneigentĂŒmern Martin Schulz das Gut. Er war der Vater des bekannten Görlitzer BĂŒrgermeisters und Astronomen BartholomĂ€us Scultetus, der hier 1540 geboren wurde. Derzeit befindet sich in dem Hof eine soziale Einrichtung.cite-ref-82[82]
Ăstlich an das Vorwerk schlieĂt sich die einst als Gartenstadt Rabenberg angelegte Siedlung an. Sie ist geprĂ€gt von zahlreichen Einfamilien- und DoppelhĂ€usern sowie vereinzelten Villen. Auch einheitliche HĂ€usertypen mit gleichen Grundriss entstanden auf dem Rabenberg. Der BautrĂ€ger der HĂ€user war der Beamten-Wohnungsverein zu Görlitz.cite-ref-strategien100ff-83-0[83] Inmitten der Siedlung steht der etwa 24 Meter hohe Wasserturm. Der Turm trĂ€gt auf seiner oberen Plattform auch Sendeanlagen fĂŒr Rundfunk und Fernsehen.cite-ref-84[84]
Ăstlich der Ulica Tadeusza KoĆciuszki (HindenburgstraĂe) entstand in den 1920er und 1930er Jahren die Gartensiedlung am Georg-Wiesner-Park (Park im. Paderewskiego). Die Siedlung sollte einst bis an die östliche Bahnstrecke fĂŒhren und steht heute unter Denkmalschutz. Der östliche Teil wurde nach 1945 mit MehrfamilienhĂ€usern in Plattenbauweise bebaut. In der Mitte erstreckt sich in Ost-West-Richtung die namensgebende Parkanlage. Quer vom Park gehen in Nord-SĂŒd-Richtung die StraĂen der Wohnsiedlung ab. Zuerst entstanden die ReihenhĂ€user und die vier DoppelholzhĂ€user an der Ulica Romualda Traugutta (BlĂŒcherstraĂe). Der Park wurde zwischen 1929 und 1931 angelegt. Bis 1935 entstanden die HĂ€user an der Ulica Fryderyka Chopina (BeethovenstraĂe) und der Ulica StanisĆawa Moniuszki (Johann-Sebastian-Bach-StraĂe). Die nĂ€chsten drei Jahre folgte die Bebauung der Ulica Karola Szymanowskiego (MozartstraĂe) und des Nordteils der Ulica StanisĆawa Moniuszki. Die Bebauung des östlichen Gebiets ruhte aufgrund des Kriegsausbruchs.cite-ref-strategien100ff-83-1[83]
Auch in dieser Siedlung entstanden die WohnhĂ€user nach bestimmten HĂ€usertypen. Der erste HĂ€usertyp ist traufstĂ€ndig und hat drei Stockwerke. Die SatteldĂ€cher haben kleine Dachgauben. Diese HĂ€user findet man an der Ulica Fryderyka Chopina. Der zweite HĂ€usertyp befindet sich an der Nordseite der Ulica Romualda Traugutta. Die zweistöckigen ReihenhĂ€user sind giebelstĂ€ndig und besitzen auf der StraĂenseite einen kleinen Vorgarten sowie auf der RĂŒckseite einen gröĂeren Garten. Die benachbarten DoppelholzhĂ€user blieben Unikate. Sie wurden von der Nieskyer Firma Christoph & Unmack gefertigt. Die vier DoppelhĂ€user sind traufstĂ€ndig und besitzen ein KrĂŒppelwalmdach. Das einheitliche Bebauungskonzept hat die Siedlung heute durch zahlreiche An- und Umbauten an den HĂ€usern weitgehend verloren.cite-ref-strategien100ff-83-2[83]
An die Siedlung am Park im. Paderewskiego schlieĂt sich sĂŒdlich der Komplex der ehemaligen Neuen Kaserne (ab 1938: CourbiĂšre-Kaserne) an. Die Bauarbeiten an dem roten Klinkerbau an der Ulica Armii Krajowej begannen 1890. Im Jahr 1896 bezogen die ersten Soldaten den Kasernenbau. In den 1930er Jahren wurde der Kasernenkomplex erweitert. Es entstand unter anderem der Winterberg-Block an der Ulica JĂłzefa Poniatowskiego (NettelbeckstraĂe). In den GebĂ€uden sind heute unter anderem eine Schule und ein Gericht untergebracht.cite-ref-85[85]cite-ref-86[86]cite-ref-87[87] Mitte der 1930er Jahre entstand auch die Kleist-Kaserne an der Ulica BohaterĂłw II Armii Wojska Polskiego (Hermsdorfer StraĂe) in direkter Nachbarschaft zur Neuen Kaserne und auch die Winterfeldt-Kaserne im Stadtteil Moys.cite-ref-88[88]
An der Ulica DaszyĆskiego, auf der sich auch das Jakob-Böhme-Haus befindet, ist nahezu der gesamte historische StraĂenzug erhalten und saniert. Die StraĂe geht in das sĂŒdlicher gelegene GrĂŒnderzeitviertel ĂŒber. Im GrĂŒnderzeitviertel der Stadt warten noch zahlreiche HĂ€user auf ihre Sanierung. Das historische Stadtzentrum steht seit 1958 unter Denkmalschutz.cite-ref-89[89]cite-ref-90[90] Am sĂŒdlichen Rand des Viertels befindet sich die wohl bekannteste SehenswĂŒrdigkeit der Stadt, die ehemalige Oberlausitzer Gedenkhalle, dem heutigen Miejski Dom Kultury (stĂ€dtisches Kulturhaus). Der Bau wurde zur Erinnerung an die Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. entworfen und am 28. November 1902 durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Einst befand sich darin das Kaiser-Friedrich-Museum mit einer GemĂ€ldegalerie sowie einer Sammlung zur Kulturgeschichte der Oberlausitz.cite-ref-91[91] Im Jahr 1943 wurde das Museum geschlossen und die Sammlungen verpackt und in umliegende Schlösser ausgelagert. Zwischenzeitlich nutzte das Luftfahrtministerium den Bau als StĂŒtzpunkt. Im Mai 1945 wurde die Gedenkhalle erst durch sowjetische und spĂ€ter durch polnische Soldaten besetzt und als Offizierskasino genutzt. Bis 1947 waren alle deutschen Inschriften abgeschlagen oder ĂŒberstrichen und ein GroĂteil des verbliebenen Inventars geplĂŒndert. Auch das Zwei-Kaiser-Standbild von Bildhauer Johannes Pfuhl in der Eingangshalle und die Standbilder der deutschen FĂŒrsten wurden entfernt oder zerstört. Sie wurden zu Schotter fĂŒr Friedhofswege zerkleinert oder in MĂŒlldeponien versenkt. Das Haus wird heute fĂŒr kulturelle Veranstaltungen, wie Theater- oder Kinovorstellungen, aber auch in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden als Diskothek genutzt. Es bietet Platz in mehreren SĂ€len, darunter ist auch ein Saal, der fĂŒr KinovorfĂŒhrungen umgebaut wurde. FĂŒr Freiluftveranstaltungen steht auch ein Amphitheater auf der SĂŒdseite des Dom Kultury zur VerfĂŒgung.cite-ref-92[92]
Im SĂŒden der Stadt in Richtung Ujazd (Moys) erhebt sich das 475 Meter lange NeiĂeviadukt. Es ĂŒberspannt mit seinen 30 Bögen das 35 Meter tieferliegende NeiĂetal und ermöglicht internationalen ZĂŒgen zwischen Deutschland und Polen die Querung der Grenze. Es wurde nach drei Jahren Bauzeit 1847 eröffnet. Am 7. Mai 1945 wurden einige Bögen der BrĂŒcke gesprengt und unterbrachen so den Zugverkehr bis zum Wiederaufbau in den 1950er Jahren. Heute gehört das Bauwerk der polnischen Staatsbahn.cite-ref-93[93] Im sĂŒdlichen Stadtteil befindet sich weiterhin ein barocker Gutshof, der aus den AnfĂ€ngen des 18. Jahrhunderts stammt und Sitz der Familie Raschke war. Zu den wohl bekanntesten GĂ€sten des damaligen Gutes zĂ€hlte unter anderem der preuĂische König Friedrich der GroĂe in der Nacht vom 25. auf den 26. November 1745 und der preuĂische Staatskanzler Karl August von Hardenberg im Mai 1813.cite-ref-94[94]
Neben den neugebauten Kirchen sind auch noch Ă€ltere KirchengebĂ€ude erhalten geblieben, so z. B. die Johanneskirche im Stadtteil Ujazd und die Bonifatiuskirche in der NĂ€he des Busbahnhofes. Die Grundsteinlegung fĂŒr die Bonifatiuskirche fand im Mai 1929 statt und bereits nach einem Jahr konnte sie an die katholische Gemeinde ĂŒbergeben werden. Eine Besonderheit der Kirche sind ihre fĂŒnf Glocken, drei davon stammen noch aus der deutschen Zeit. Die zwei polnischen Glocken St. Josef und St. Adalbert aus dem Jahr 1966 verstĂ€rken ihr GelĂ€ut. Sie wurden als Zeichen fĂŒr die deutsch-polnische VerstĂ€ndigung zur Tausendjahrfeier Polens gegossen. Der Kirchenbau ist ein Beispiel fĂŒr die moderne und schlichte Kirchenarchitektur der 1920/30er Jahre. Auch die ehemals protestantische Johanneskirche mit dem viereckigen Eckturm und dem Spitzdach an der Ulica Grunwaldzka stammt noch aus deutscher Zeit. Sie wurde 1906 von der protestantischen Gemeinde errichtet.cite-ref-95[95]cite-ref-96[96]cite-ref-97[97]
Der einstige Moyser Friedhof befand sich weit abseits der Kirche an der heutigen Ulica Cmentarna. Der neue kommunale Friedhof von Zgorzelec entstand nördlich entlang der Ulica SĆowiaĆska in Nachbarschaft zum GrĂ€berfeld fĂŒr die 3000 polnischen Soldaten. Der Friedhof erstreckt sich zwischen Ulica BohaterĂłw II Armii Wojska Polskiego und der Eisenbahnverbindungskurve am Abzweig Krysin zwischen den Bahnstrecken nach LubaĆ (Lauban) und nach WÄgliniec (Kohlfurt).
DenkmÀler
â
Hauptartikel
:
Liste der Brunnen, DenkmÀler und Skulpturen in Zgorzelec
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand an der Ulica BohaterĂłw II Armii Wojska Polskiego ein Friedhof mit ĂŒber 3000 GrĂ€bern fĂŒr die Soldaten der polnischen 2. Armee, die bei den Offensiven im FrĂŒhjahr 1945 entlang der NeiĂe, hinein in den Dresdner Raum und nach Böhmen ums Leben kamen. Jedes Grab ist mit einem Grunwaldkreuz aus Beton gekennzeichnet. Das benachbarte Denkmal des Piastenadlers von JĂłzef PotÄpa von der Kunstakademie in Krakau wurde am 6. Mai 1978 enthĂŒllt. Er versinnbildlicht den Adler der polnischen StreitkrĂ€fte, der stolz auf einer GrenzsĂ€ule sitzt und in Richtung Westen schaut.cite-ref-98[98]
An ein ebenso trauriges Kapitel erinnert die GedenkstĂ€tte des Stalag VIII A in den WĂ€ldern sĂŒdlich von Ujazd (Moys). In dem ehemaligen Internierungslager wurden ab 1940 belgische, französische und jugoslawische Soldaten gefangen gehalten. Ab Januar 1942 kamen sowjetische, britische und spĂ€ter auch italienische, slowakische und amerikanische Kriegsgefangene hinzu. Mit 47.328 HĂ€ftlingen erreichte das Lager im September 1944 den Höchststand. Zwischen 1946 und 1948 wurden die Baracken des Gefangenenlagers abgerissen. Seit 1976 erinnert an der Ulica ĆuĆŒycka ein steinerner Obelisk mit einem Relief und einer Gedenktafel an die Opfer. Der wohl bekannteste Gefangene war der Franzose Olivier Messiaen. Er vollendete sein achtsĂ€tziges kammermusikalisches Werk Quatuor pour la fin du temps (dt.: Quartett fĂŒr das Ende der Zeit) im Lager und fĂŒhrte es hier auch Ur auf.cite-ref-99[99]cite-ref-100[100]
Im Herbst 2003 wurde eine Kopie der KursĂ€chsischen PostmeilensĂ€ule aufgestellt. Die ursprĂŒnglich 1723 vor dem NeiĂetor errichtete SĂ€ule wurde nach 1815 mit Entfernungsangaben in preuĂischen Meilen versehen und in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges zerstört. Die ReststĂŒcke des Originals befinden sich im Postmuseum in Breslau. Die Kopie befindet sich am letzten Standort des Originals, hinter der AltstadtbrĂŒcke, am sogenannten Töpferberg, auf dem Dach des einstigen Brunnenhauses und trĂ€gt wieder dem Ursprungszustand nachempfundene Entfernungsangaben in Wegstunden (1 St. = 4,531 Kilometer).cite-ref-101[101]
Parks
Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber mehrere GrĂŒnanlagen. Die beiden gröĂten sind der Park im. Andrzeja BĆachaĆca (Georg-Snay-Park mit Feldberggarten) am Dom Kultury und der Park Ujazdowski (JĂ€gerwĂ€ldchen und Moyser Park) am Rothwasser. Sie sind miteinander durch einen FuĂweg, der an der NeiĂe entlang unter dem Viadukt hindurchfĂŒhrt verbunden und vor allem durch ihren dichten Laubbaumbewuchs gekennzeichnet. Das vorher weitgehend kahle NeiĂeufer wurde in den 1870er Jahren nach einem stĂ€dtischen Beschluss unter Parkinspektor Sperling bepflanzt.cite-ref-g-rlitz-zgorzelec107-102-0[102] Das NeiĂetal sĂŒdlich des Rothwassers und ein kleineres Areal sĂŒdwestlich des Dom Kultury sind Teil des Natura-2000-Schutzgebietes Durchbruchtal der Lausitzer NeiĂe (poln.: PrzeĆomowa Dolina Nysy ĆuĆŒyckiej). In dem Schutzgebiet leben neben seltenen Insektenarten auch Biber, Fischotter und FledermĂ€use.cite-ref-103[103]
Einer der innerstĂ€dtischen Parks ist der Park im. Paderewskiego (Georg-Wiesner-Park). Die Parkanlage durchqueren mehrere StraĂen. Er entstand im Zuge des Baus der Gartensiedlung und sollte sich etwa 850 Meter von der CourbiĂ©restraĂe (Ulica Tadeusza KoĆciuszki) am Rabenberg im Westen bis hin zur Bahnstrecke nach Kohlfurt im Osten erstrecken.cite-ref-g-rlitz-zgorzelec107-102-1[102] Ein GroĂteil der östlichen Parkanlage wurde nach dem Krieg jedoch mit WohnhĂ€usern in Plattenbauweise ĂŒberbaut. Lediglich das östliche Rondell an der Bahnstrecke am heutigen Haltepunkt Zgorzelec Miasto existiert noch. Hier befindet sich eine Amphitheater.cite-ref-104[104] Eine weitere GrĂŒnanlage ist der ehemalige Henneberggarten zwischen der Ulica Armii Krajowej (TrotzendorfstraĂe) und der Ulica BoheraterĂłw II Armii Wojska Polskiego (KleiststraĂe). Der nach PlĂ€nen von Gartenbaudirektor Diekmann gestaltete Garten befindet sich auf einem ehemaligen Sumpfgebiet am ehemaligen Standort der Lorenzschen Ziegelei. Er erstreckte sich ĂŒber eine FlĂ€che von ca. 100.000 Quadratmetern und war eine Kombination aus Zier- und Nutzgarten. Seit 1924 befindet sich in der Mitte des Parks ein Teich, der bis heute existiert.cite-ref-105[105]
Sport
Der bekannteste und erfolgreichste Sportverein war bis zu seiner Insolvenz 2018cite-ref-106[106] der Basketballverein PGE TurĂłw Zgorzelec. Die Mannschaft spielte in der ersten polnischen Basketballliga und errang drei Saisons in Folge zwischen 2006 und 2009 sowie 2011 den polnischen Vizemeistertitel. Im Jahr 2014 wurde die Mannschaft polnischer Meister und qualifizierte sich fĂŒr die EuroLeague. Ebenso nahm der Verein 2007 bis 2009 am ULEB Eurocup teil. Die normalen Saisonspiele in der polnischen Liga bestritt der Verein bis 2014 im Centrum Sportowe, einer 1986 gebauten Sporthalle in Zgorzelec. Sie bot 1700 Zuschauern Platz. Die Eurocup-Spiele zwischen 2007 und 2009 hingegen fanden in einer gröĂeren Halle im tschechischen Liberec statt. Der Hauptsponsor war der polnische Energiekonzern Polska Grupa Energetyczna (PGE), der auch das sĂŒdlich von Zgorzelec gelegene Braunkohlekraftwerk TurĂłw betreibt.
Die ehemalige HeimspielstĂ€tte befindet sich auf dem GelĂ€nde des stĂ€dtischen Sport- und Freizeitzentrums, dass neben der Basketballhalle auch zwei FuĂballfelder, TennisplĂ€tze sowie ein Hallen- und ein Freibad umfasst. Die FuĂballfelder sind die HeimplĂ€tze des höchstklassigen FuĂballvereins der Stadt â der MKS Nysa Zgorzelec. Er spielt in der vierten niederschlesischen Liga. Das Stadion bietet 2150 SitzplĂ€tze.
Im Jahr 2014 wurde im Norden der Stadt gegenĂŒber dem Krankenhaus an der Ulica LubaĆska eine neue Mehrzweckhalle eröffnet. Die Mehrzweckhalle bietet 3500 Zuschauern Platz und entspricht den Anforderungen der Union des Ligues EuropĂ©ennes de Basketball (ULEB). Die Baukosten beliefen sich auf 42 Millionen ZĆoty. Das polnische Sportministerium förderte den Bau mit umgerechnet 4,8 Millionen Euro. Mit weiteren rund drei Millionen Euro unterstĂŒtzte der Kraftwerksbetreiber und Sponsor Polska Grupa Energetyczna die Stadt bei dem Neubau.cite-ref-107[107]cite-ref-108[108]
Durch Zgorzelec fĂŒhrten mehrfach Etappen der Internationalen Friedensfahrt. Erstmals verlief bei der fĂŒnften Friedensfahrt 1952 eine Etappe von Breslau ĂŒber Zgorzelec bis nach Görlitz. Im Folgejahr begann die neunte Etappe und 1955 die zehnte Etappe in Zgorzelec und fĂŒhrte jeweils bis nach Breslau. Erst bei der Friedensfahrt 2000 endete wieder eine Etappe in der Stadt. In den dazwischenliegenden Jahrzehnten fĂŒhrten weitere Etappen durch das Stadtgebiet.
Vom 16. bis 25. August 2012 war Zgorzelec neben HrĂĄdek nad Nisou (Grottau) und Zittau einer der Austragungsorte fĂŒr die 18. EuropĂ€ische Senioren-Leichtathletik-Meisterschaft. Die WettkĂ€mpfe wurden kurzfristig aus dem sĂŒdlichen Bogatynia nach Zgorzelec verlegt, da das Hochwasser 2010 das dortige Stadion schwer beschĂ€digte. Im sanierten Zgorzelecer Stadion fanden die HindernislĂ€ufe ĂŒber 2.000 und 3.000 Meter, die Entscheidungsrennen ĂŒber die Langstrecken von 5.000 und 10.000 Metern sowie das Bahngehen statt.cite-ref-109[109]
RegelmĂ€Ăige Veranstaltungen
Neben dem ViaThea feiern beide StĂ€dte auch ihre Stadtfeste gemeinsam. Das sogenannte Jakuby-Fest ist das Zgorzelecer Stadtfest. Es findet stets Ende August am selben Wochenende wie das Görlitzer Altstadtfest statt. Das Zgorzelecer Fest erstreckt sich entlang der StraĂen rund um die DreiradenmĂŒhle und der Ulica DaszyĆskiego. Beide FestgelĂ€nde sind ĂŒber die AltstadtbrĂŒcke miteinander verbunden und lassen die beiden Feste zu einem groĂen deutsch-polnischen Stadtfest verschmelzen.
Weiterhin findet jĂ€hrlich im Sommer das Griechische Festival statt, bei dem griechische Musik- und Tanzgruppen auftreten. Die Schirmherrschaft ĂŒbernahm 2011 Cabriel Copsidis, der Botschafter Griechenlands in Polen.cite-ref-110[110] Im Jahr 1998 organisierte der Zgorzelecer Stadtrat und die Gesellschaft der Griechen in Polen das erste Musikfestival.cite-ref-111[111]
Internationaler BrĂŒckepreis
Die Europastadt Görlitz/Zgorzelec verleiht jĂ€hrlich den mit 2500 ⏠dotierten Internationalen BrĂŒckepreis.cite-ref-112[112] Sie ehrt damit seit 1993 Persönlichkeiten, die sich mit ihrem Lebenswerk Verdienste bei der VölkerverstĂ€ndigung in Europa erworben haben. PreistrĂ€ger sind unter anderem Marion GrĂ€fin Dönhoff oder der ehemalige sĂ€chsische MinisterprĂ€sident Kurt Biedenkopf.cite-ref-113[113] GĂŒnter Grass war im Jahr 2006 von der Jury fĂŒr den Preis nominiert worden, jedoch zog er nach der Kritik an seinem Bekenntnis zu seiner Vergangenheit in der Waffen-SS durch den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und in den Medien die bereits erklĂ€rte Annahme des Preises zurĂŒck. Die Jury entschied daraufhin, im Jahr 2006 keinen Preis zu verleihen.cite-ref-114[114]
Die letztjĂ€hrigen PreistrĂ€ger waren der britische Historiker Norman Davies (2009), der polnische MinisterprĂ€sident a. D. Tadeusz Mazowiecki (2010), die ehemalige PrĂ€sidentin der Europa-UniversitĂ€t Viadrina Frankfurt (Oder) Gesine Schwan (2011) und der ukrainische Profiboxer und Politiker Vitali Klitschko (2012).cite-ref-115[115]cite-ref-116[116] Im Jahr 2013 erhielt der Kabarettist Steffen Möller den Preis.cite-ref-117[117] Ihm folgte 2014 der ehemalige luxemburgische MinisterprĂ€sident Jean-Claude Juncker.cite-ref-118[118] In den Jahren 2015 und 2016 erhielt jeweils ein Schriftsteller den Preis â 2015 die Polin Olga Tokarczuk fĂŒr ihre literarischen BrĂŒcken zwischen Menschen, Kulturen und Generationen und 2016 Timothy Garton Ash fĂŒr seine Auseinandersetzung mit autoritĂ€ren und totalitĂ€ren Strukturen, ihren Auswirkungen und ihrer Ăberwindung in Mittel- und Osteuropa.cite-ref-119[119]cite-ref-120[120]
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
In Zgorzelec befinden sich vier GrenzĂŒbergĂ€nge: jeweils ein Autobahn- und EisenbahngrenzĂŒbergang auf den Relationen DresdenâBreslau, ein StraĂenĂŒbergang im Zentrum der Stadt sowie der wieder errichtete historische NeiĂeĂŒbergang der Via Regia â die AltstadtbrĂŒcke als FuĂgĂ€nger- und FahrradĂŒbergang.
FĂŒr Segelflugzeuge und Flugzeuge mit einem Startgewicht bis zu 5,7 Tonnen existiert etwa 10 Kilometer nordöstlich der Stadt der Verkehrslandeplatz Zgorzelec-Ć»arska WieĆ. Er befindet sich östlich von Ć»arska WieĆ zwischen der Droga krajowa 94 und der Autostrada 4 und verfĂŒgt ĂŒber eine 800 Meter lange und 60 Meter breite Landebahn.cite-ref-121[121]
Ăffentlicher Personennahverkehr
Am 1. Dezember 1897 eröffnete die Görlitzer StraĂenbahn eine StraĂenbahnlinie ĂŒber die Reichenberger BrĂŒcke in die damalige Görlitzer Ostvorstadt bis zum Gasthof Stadt Prag. Das zurĂŒckgesetzte GebĂ€ude an der Ulica DaszyĆskiego, zwischen Ulica KoĆciuszki und Ulica Okrzei wird heute jedoch nicht mehr als Gasthof genutzt. Im Mai 1900 wurde die StraĂenbahnlinie jenseits der NeiĂe vom Gasthof Stadt Prag ĂŒber die SchenkendorffstraĂe (Ulica Warszawska) bis in das sĂŒdliche Moys um 1,9 Kilometer verlĂ€ngert. Die Endhaltestelle befand sich an der Seidenberger StraĂe (Ulica ĆuĆŒycka) nördlich der BrĂŒcke ĂŒber das Rothwasser. Mit Teilung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg bestand im polnischen Teil nur noch das ReststĂŒck der Linie 3 zwischen der StadtbrĂŒcke und Moys. SĂ€mtliche Betriebseinrichtungen befanden sich auf der deutschen Seite und ein Betrieb auf dem TeilstĂŒck schien nicht wirtschaftlich zu sein. Der GroĂteil der Gleise wurde demontiert und der stĂ€dtische Verkehr auf den Busbetrieb umgestellt. Seit 1991 verkehrt eine grenzĂŒberschreitende Buslinie zwischen Görlitz und Zgorzelec, die halbstĂŒndlich die Görlitzer Innenstadt mit dem Zgorzelecer Stadtzentrum und den Einkaufszentren im Osten der Stadt verbindet. Seit 1996 gibt es auch Ăberlegungen, wieder eine grenzĂŒberschreitende StraĂenbahnlinie zu bauen. Bisher scheiterte das Vorhaben an fehlenden finanziellen Mitteln.
Die grenzĂŒberschreitende Stadtbuslinie A wird durch drei innerstĂ€dtische Stadtbuslinien 3, 4 und 5 ergĂ€nzt. Der grenzĂŒberschreitende Bus verkehrt auf polnischer Seite als Ringlinie um die Innenstadt, wohingegen die ĂŒbrigen Linien in Nord-SĂŒd-Richtung verlaufen. Die Linie 3 verkehrt ungefĂ€hr stĂŒndlich vom Stadtteil Ujazd durch die Innenstadt von Zgorzelec bis in das Gewerbegebiet am nördlichen Stadtrand nahe der Ortschaft JÄdrzychowice. Die anderen beiden Linien beginnen ebenfalls in Ujazd, wobei die Linie 4 auch die westlichen Siedlungen der Stadt erschlieĂt. Die Linie 5 folgt in weiten Teilen der LinienfĂŒhrung der Buslinie 3, wobei gemeinsam mit der Linie 4 auch weitere Gebiete im SĂŒdwesten des Stadtteils Ujazd angeschlossen werden.cite-ref-122[122]cite-ref-123[123] Vom Busbahnhof an der Bonifatiuskirche verkehren Regionalbuslinien in die umliegenden Ortschaften sowie nĂ€chsten StĂ€dte Bogatynia (Reichenau i. Sachsen), LubaĆ (Lauban), PieĆsk (Penzig), WÄgliniec (Kohlfurt) und ZawidĂłw (Seidenberg). Hier besteht Anschluss an die innerstĂ€dtischen und die grenzĂŒberschreitende Stadtbuslinie.
Schienenverkehr
Im Stadtgebiet liegen zwei Bahnstationen, der Bahnhof Zgorzelec (Bahnhof Görlitz-Moys) sowie der Haltepunkt Zgorzelec Miasto. Am Bahnhof Zgorzelec trennen sich die Bahnstrecken nach WÄgliniec (Kohlfurt), an der sich auch der Bahnhof Zgorzelec Miasto befindet, und nach LubaĆ (Lauban). Der Personenverkehr auf der Strecke nach LubaĆ wurde 2009 eingestellt, jedoch durch die woiwodschaftseigene Bahngesellschaft Koleje DolnoĆlÄ
skie im Dezember 2011 wieder aufgenommen.cite-ref-126[126] Von Zgorzelec bestehen direkte Verbindungen in die Woiwodschaftshauptstadt Breslau sowie nach Dresden, Jelenia GĂłra (Hirschberg), Legnica (Liegnitz), LubaĆ (Lauban), WÄgliniec (Kohlfurt) und Zielona GĂłra (GrĂŒnberg). Die Verbindung nach Deutschland ĂŒber Görlitz und Bautzen nach Dresden wurde am 1. MĂ€rz 2015 eingestellt. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 wurden die durchgehenden ZĂŒge nach Breslau wieder angeboten. Einige polnische RegionalzĂŒge, die frĂŒher nur bis Zgorzelec fuhren, werden seitdem bis nach Görlitz durchgebunden.cite-ref-127[127]cite-ref-128[128] Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 wurde der elektrische Bahnverkehr auf der Strecke nach WÄgliniec sowie eine Intercity-Direktverbindung nach Warschau aufgenommen.
StraĂennetz
Das StraĂennetz hat eine GesamtlĂ€nge von 57,8 Kilometern (Stand: 2004).cite-ref-129[129] Die Stadt liegt an der EuropastraĂe 40. Die EuropastraĂe fĂŒhrt ĂŒber die deutsche Bundesautobahn 4 in Richtung Dresden und auf polnischer Seite ĂŒber die Autostrada A 4 in Richtung Krakau. Die Droga krajowa 30 fĂŒhrt ĂŒber LubaĆ (Lauban) und GryfĂłw ĆlÄ
ski (Greiffenberg) nach Jelenia Góra (Hirschberg) ins Riesengebirge. Die Droga krajowa 94 hingegen verlÀuft nahezu parallel zur polnischen Autostrada A 4 bis Krakau.
AnsÀssige Unternehmen
Im Gewerbegebiet im Norden von Zgorzelec befindet sich das Heizwerk der stĂ€dtischen Gesellschaft ZPEC mit dem markanten Schornstein. Das Heizwerk wurde ab 2008 in mehreren Stufen modernisiert, um unter anderem die Feinstaubbelastung in der deutsch-polnischen Stadt zu minimieren. Die Sanierung wurde auch mit Mitteln des Bundesministeriums fĂŒr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit kofinanziert.cite-ref-130[130]cite-ref-131[131] In direkter Nachbarschaft hat die Maschinenbaufirma KOPEX-FAMAGO ihren Sitz. Sie wurde 1957 als Teil des Tagebaus TurĂłw gegrĂŒndet und war fĂŒr Wartungs- und Reparaturarbeiten zustĂ€ndig. Im Jahr 1992 wurde sie privatisiert und baut unter anderem Tagebaumaschinen und Maschinen fĂŒr Frachtumschlag sowie verschiedenste Maschinenelemente, wie z. B. Kupplungen, ZahnrĂ€der und Wellen.cite-ref-132[132]cite-ref-133[133] Nördlich der Maschinenbaufirma an der Ulica Fabryczna befinden sich auch noch die historischen GebĂ€ude des ehemaligen Görlitzer Gaswerks II. Es wurde bereits 1904 gebaut, um die Stadt Görlitz mit Gas zu beliefern, da die Produktionsgrenzen des Werks I an der Lunitz erreicht waren.cite-ref-134[134] Die Firma DolnoĆlÄ
ska SpĂłĆka Gazownictwa unterhĂ€lt eine Zweigstelle auf dem GelĂ€nde des Gaswerks.cite-ref-135[135]
Am Stadtrand an der Ulica Armii Wojska Polskiego befindet sich der gröĂte Bananenimporteur Europas â die Firma Citronex. Sie betreibt unter anderem Europas gröĂte Reifeanlage fĂŒr Bananen sowie eine groĂe Lkw-Flotte, fĂŒr den Transport der Ware. Die Bananen werden an mehrere Einzelhandelsketten in Deutschland, Polen und Tschechien geliefert.cite-ref-136[136]cite-ref-137[137]
Zahlreiche ArbeitsplĂ€tze entstanden ab den spĂ€ten 1990er Jahren im Bereich des Einzelhandels. Mehrere auslĂ€ndische Unternehmen investierten in EinkaufshĂ€user in einem Gewerbegebiet östlich der Stadt. Hier entstanden zwei groĂe EinkaufsmĂ€rkte (real,- und Carrefour), zwei BaumĂ€rkte und zahlreiche Einkaufspassagen, darunter die am 18. MĂ€rz 2010 eröffnete Zgorzelec Plaza â ein Einkaufszentrum mit mehreren EinzelhĂ€ndlern auf 13.000 mÂČ VerkaufsflĂ€che.cite-ref-138[138] Durch die GrenznĂ€he profitieren die MĂ€rkte auch von den deutschen EinkĂ€ufern. Auch der sogenannte Tanktourismus fĂŒhrte zu einer sehr hohen Tankstellendichte auf dem Zgorzelecer Stadtgebiet. So existieren in Zgorzelec mehr als doppelt so viele Tankstellen wie in der deutschen Nachbarstadt Görlitz.
SĂŒdlich des Stadtteils Ujazd (Moys) befindet sich zwischen der Ulica Sulikowska und der neuen Ortsumgehung ein rund 16 Hektar groĂes Areal, das der Sonderwirtschaftszone Kamienna GĂłra angehört.cite-ref-139[139] Unternehmen, die sich in dieser Zone ansiedeln, erhalten eine staatliche finanzielle UnterstĂŒtzung in Höhe bis zu 65 % der Kapitaleinlage.cite-ref-140[140] Aerosol International, ein Hersteller von Aluminiumverpackungen fĂŒr die Kosmetikindustrie, erhielt eine Genehmigung fĂŒr die Ansiedlung in der Sonderwirtschaftszone. Das Unternehmen wollte 180 Millionen ZĆoty in den geplanten Standort investieren und es sollten 300 ArbeitsplĂ€tze entstehen.cite-ref-141[141]cite-ref-142[142] Im September 2013 wurde bekannt, dass die Ansiedlung der Firma scheiterte.cite-ref-143[143]
Einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region ist das 25 Kilometer sĂŒdlich gelegene Kraftwerk TurĂłw, dessen Betreiber auch Hauptsponsor der lokalen Basketballmannschaft ist. Das Braunkohlekraftwerk ist mit einer Leistung von 1900 Megawatt das drittgröĂte Polens. Es deckt acht Prozent des polnischen Energiebedarfs.cite-ref-144[144]cite-ref-145[145] Im Kraftwerk arbeiten rund 1800 Menschen.cite-ref-146[146]cite-ref-147[147]
Medien
Die Gazeta WojewĂłdzka erscheint einmal wöchentlich. Zweiwöchentlich wird die Gazeta Powiatowa mit einer Lokalausgabe in Zgorzelec herausgegeben. Auch der Sender Telewizja ĆuĆŒyce veröffentlicht regelmĂ€Ăig Fernsehberichte ĂŒber Zgorzelec, den Landkreis Zgorzelec und die benachbarten Kreise LubaĆ, BolesĆawiec und LwĂłwek SĆÄ
ski.cite-ref-148[148] In den 1990er Jahren gab es mit Zgorzelecka Telewizja Lokalna (ZTL) einen weiteren lokalen Fernsehsender. Er existiert heute nicht mehr. Auch der lokale Radiosender Radio Frem, der auch deutschsprachige Radiosendungen ausstrahlte, und der Onlineradiosender Radio Tri Zgorzelec sind mittlerweile abgeschaltet.
Die Sender der öffentlich-rechtlichen Hörfunkanstalt Polskie Radio: Jedynka (92,5 MHz), DwĂłjka (93,2 MHz), TrĂłjka (91,5 MHz) und CzwĂłrka (90,6 MHz) sind auf dem Stadtgebiet ebenso empfangbar wie die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP1, TVP2 und TVP WrocĆaw.
Ăffentliche Einrichtungen
In der Stadt befindet sich das Bezirksgericht Zgorzelec auf der Ulica Armii Krajowej und der Ulica JĂłzefa Poniatowskiego. Das Gericht ist auch in einem Teil der ehemaligen CourbiĂšre-Kaserne untergebracht. Es ist dem Landgericht in Jelenia GĂłra untergeordnet. Das Amtsgericht beherbergt folgende fĂŒnf Kammern: Zivilrecht, Strafrecht, Jugend- und Familienrecht sowie das Arbeitsrecht und das Grundbuchamt.cite-ref-149[149]
Im Haus an der Ulica BohaterĂłw Getta 1 ist die öffentliche Stadtbibliothek untergebracht. Sie wurde im Mai 1946 auf Initiative des Schulinspektors gegrĂŒndet. Jedoch besaĂ die Bibliothek anfangs weder eine RĂ€umlichkeit noch Medien zum Ausleihen. Doch bereits am 15. September 1946 wurde die Bezirksbibliothek und der Lesesaal eröffnet. Die Bibliothek besitzt mehrere AuĂenstellen im Stadtgebiet.cite-ref-150[150]
Auf der Ulica LubaĆska befindet sich das Kreiskrankenhaus. Das Krankenhaus ist eines von 160 polnischen KrankenhĂ€usern, die das polnische Gesundheitsministerium als multidisziplinĂ€res Schwerpunktkrankenhaus auswĂ€hlte. Seit 1999 wurde das Krankenhaus von einst sieben Stationen auf 19 Stationen erweitert und grundlegend modernisiert sowie mit neuer Technik ausgerĂŒstet.cite-ref-151[151]
Die Stadt Zgorzelec ist Verwaltungssitz der Gmina Zgorzelec (Landgemeinde Zgorzelec), gehört ihr als eigenstĂ€ndige Stadtgemeinde jedoch nicht an. Der Verwaltungssitz der Gemeinde befindet sich im Norden von Zgorzelec an der Kreuzung Ulica LubaĆska und Ulica Tadeusza KoĆciuszki.
Bildung
Auf dem Stadtgebiet gibt es insgesamt sechs KindergÀrten. Darunter befindet sich ein bilingualer Kindergarten in privater TrÀgerschaft der DPFA Akademiegruppe im Stadtteil Ujazd. Im selben GebÀude ist die deutsch-polnische Grundschule Regenbogen in gleicher TrÀgerschaft untergebracht.cite-ref-152[152]
Neben der privaten Grundschule gibt es noch drei weitere öffentliche Grundschulen in Zgorzelec sowie fĂŒnf Gymnasien. Die Gymnasien sind vergleichbar mit der deutschen Mittelstufe. Auch unter den Gymnasien existieren zwei private Schulen â eine Schule fĂŒr Erwachsene (poln.: Gimnazjum dla dorosĆych Ć»ak) und das zweisprachige Gimnazjum ĆuĆŒyckie. Das Gimnazjum ĆuĆŒyckie ist ebenso wie das Liceum OgĂłlnoksztaĆcÄ
ce im. Braci Ćniadeckich in der ehemaligen Baugewerke- und Maschinenbauschule an der Ulica PartyzantĂłw (Friedrichsplatz) untergebracht. Das allgemeinbildende Liceum trĂ€gt den Namen der BrĂŒder Jan und JÄdrzej Ćniadecki. Die Schule fĂŒhrt zur allgemeinen Hochschulreife. Weiterhin gibt es in Zgorzelec drei Berufsschulen.cite-ref-153[153]cite-ref-154[154]
Die Hochschule fĂŒr Geistes- und Wirtschaftswissenschaften ĆĂłdĆș und die Management-Hochschule Legnica haben AuĂenstellen in Zgorzelec.cite-ref-155[155]
Persönlichkeiten
EhrenbĂŒrger
Der Zgorzelecer Stadtrat kann Personen mit besonderen Verdiensten die EhrenbĂŒrgerschaft verleihen. AntrĂ€ge auf EhrenbĂŒrgerschaft können von der Kommune, BĂŒrgern und Unternehmen der Stadt sowie Vereinen und Organisationen eingereicht werden. Im Jahr 2000 erhielt Aleksander KwaĆniewski â dritter StaatsprĂ€sident der Dritten Polnischen Republik die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde. Acht Jahre spĂ€ter wurde sie Jan Mycek, dem ehemaligen Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Bonifatius und PrĂ€lat des Dekanates Zgorzelec verliehen.cite-ref-ehrenb-rger-156-0[156]
Söhne und Töchter der Stadt
âą MirosĆaw Fiedorowicz (* 1956), BĂŒrgermeister von Zgorzelec von 1998 bis 2006
⹠Janusz Bronowicz (* 1960), Generalmajor der polnischen StreitkrÀfte
âą Ryszard Sobczak (* 1967), Fechter
âą Roman Brodniak (* 1968), Sejmabgeordneter zwischen 2007 und 2011
âą RafaĆ Gronicz (* 1973), seit 2006 BĂŒrgermeister von Zgorzelec
âą Tomasz Skulski (* 1981), Jazzmusiker
âą Michal Skulski (* 1985), Jazzmusiker
âą Agata Korc (* 1986), Schwimmerin
âą Grzegorz ĆliwiĆski (1979â2022), Wissenschaftlercite-ref-157[157]
Literatur
âą Isabel David: Geschichte des innerstĂ€dtischen GrĂŒnsystems von Görlitz/Zgorzelec. In: Ines-Ulrike Rudolph, Susanne JĂ€ger (Hrsg.): Görlitz â Zgorzelec â Strategien ohne Grenzen. Dresden 2006, S. 104â113.
âą Isabel David: Der Feldberggarten Görlitz / Zgorzelec, Anlageforschung und MaĂnahmenkonzept. In: Hans Rudolph Meier, JĂŒrg Sulzer (Hrsg.): Stadt und Denkmal â Erforschen â Vermitteln â Gestalten. Dresden 2008, S. 18â23.
⹠Richard Jecht: Geschichte der Stadt Görlitz. Selbstverlag, Görlitz 1922, OCLC 187196824.
⹠Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen StÀtten (= Kröners Taschenausgabe. Band 316). Band: Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 138.
âą Stella Pfeiffer, ElĆŒbieta OpiĆowska: Zwei Seiten einer Stadt. Görlitz â Zgorzelec. 1. Auflage. Edition SĂ€chsische Zeitung, Dresden 2006, ISBN 3-938325-11-9.
âą Wolf-Dieter Fiedler: Ăber sieben BrĂŒcken ⊠Görlitz â Die Oststadt auf alten Ansichtskarten und Fotografien. In deutscher und polnischer Sprache. Senfkorn-Verlag, Görlitz 2008, OCLC 723448034.
âą ElĆŒbieta OpiĆowska: KontinuitĂ€ten und BrĂŒche deutsch-polnischer Erinnerungskulturen. Görlitz â Zgorzelec 1945â2006. Neisse Verlag, Dresden 2009, ISBN 978-3-940310-56-9.
âą Christoph Waack: Görlitz/Zgorzelec. Hrsg.: Peter Haslinger u. a. (= Historisch-topographischer Atlas schlesischer StĂ€dte / Historyczno-topograficzny atlas miast ĆlÄ
skich. Band 1). Herder-Institut, Marburg / WrocĆaw 2010, ISBN 978-3-87969-361-0 (herder-institut.de).
⹠Martina Pietsch (Hrsg.): Heimat und Fremde. Migration und Stadtentwicklung in Görlitz und Zgorzelec seit 1933. Selbstverlag der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz, Görlitz 2010, ISBN 978-3-9813510-1-9.
Weblinks
Commons
: Zgorzelec
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
âą Homepage
âą Touristische Information
âą Stadtentwicklung multimedial
Einzelnachweise
cite-note-area-and-population-in-the-territorial-profile-in-2024-11. Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
cite-note-22. â G. KieĂling: Blicke in die Mundart der sĂŒdlichen Oberlausitz. Raschkem, Zschopau 1883, S. 17.
cite-note-33. â maps.geoportal.gov.pl (polnisch). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 21. Dezember 2012; abgerufen am 25. September 2012.
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